Geschichte und Entwicklung

Knapp 1.000 Mitarbeitende sind dafür im Dienst, um Menschen zu unterstützen, zu fördern und eine inklusive Gesellschaft voran zu treiben.

Die Anfänge

Am 1. März 1991 gründeten die Stadt Leipzig und die Paulinenpflege Winnenden e.V. die gemeinnützige Gesellschaft Berufsbildungswerk Leipzig für Hör- und Sprachgeschädigte.

Am 1. September 1991 begann die Ausbildung für 114 Jugendliche in zehn verschiedenen Ausbildungsrichtungen in einem Interimsgebäude in der Eichlerstraße (vormals Schulgasse). Bei laufendem Schul- und Ausbildungsbetrieb erfolgten die Sanierung und Erweiterung des Gebäudes, die 1994 abgeschlossen wurden. 

Schon 1991 reiften Pläne, einen Neubau nach dem Vorbild des Berufsbildungswerkes Winnenden im Süden Leipzigs zu errichten. Im Herbst 1994 begannen dafür die Bauarbeiten auf dem 11,5 Hektar großen Grundstück in Knauthain. Im Mai 1995 war Richtfest und Ende des Jahres bezog der Fachbereich Gartenbau als erster Ausbildungsbereich seine Räumlichkeiten auf dem neuen BBW-Gelände.

Im August 1997 startete mit dem Umzug aller Fachbereiche in die Knautnaundorfer Straße eine neue Etappe der Unternehmensgeschichte. Während 390 Jugendliche in Knauthain eine Ausbildung aufnahmen, richtete sich die Werkstatt für behinderte Menschen Diakonie am Thonberg im Gebäude in der Eichlerstraße ein. Sie wurde 1997 gegründet und bietet Menschen mit körperlichen und geistigen Behinderungen Arbeitsplätze, Förder- und Wohnangebote.

2000 eröffnete das Nikolai-Eck seine Ladentüren in der Leipziger Innenstadt. Im Ladengeschäft der BBW-Leipzig-Gruppe arbeiten Menschen mit und ohne Behinderung zusammen. Im Sortiment werden u.a. Produkte aus Werkstätten für behinderte Menschen angeboten.

Die Gruppe wächst

Ab 2002 hat die Berufsbildungswerk Leipzig gGmbH bis heute 13 Kindertagesstätten in ihre Trägerschaft übernommen und das Jugendberufshilfeangebot Netz kleiner Werkstätten gegründet, dem im Jahr 2009 die Gründung der Produktionsschule Leipzig folgte. 

2003 wurde für die Vermittlung von Menschen mit Unterstützungsbedarf die L2 agentur für taten gegründet, die seit 2014 Seite an Seite mit dem Kompetenzzentrum für Vermittlung und Integration Menschen mit und ohne Behinderung integrierte. 2017 wurden Mitarbeitende und Geschäftstätigkeiten der   L2 agentur für taten GmbH gänzlich in die Berufsbildungswerk Leipzig gGmbH überführt. Die Arbeit wird vom Kompetenzzentrum an den Standorten Leipzig und Berlin fortgeführt.

Arbeit auf Augenhöhe

2006 ging das erste Inklusionsunternehmen Diakonische Unternehmensdienste als damals größtes Inklusionsprojekt in Leipzig an den Start. In den Geschäftsbereichen Gebäudedienste, Speisenversorgung, Digitalisierung und Mediengestaltung haben mindestens 40 Prozent der Mitarbeitenden eine Behinderung.  

Die Philippuskirche mit Pfarrhaus und Gemeindesaal hat die Berufsbildungswerk Leipzig gGmbH 2012 von der Sächsischen Landeskirche übernommen. 2016 starteten die Bauarbeiten für den zweiten Inklusionsbetrieb und Leipzigs erstes Inklusionshotel – PHILIPPUS Leipzig – konnte im Januar 2018 seine Türen für Gäste öffnen.

2019 wurden die Bau- und Sanierungsarbeiten in der Philippuskirche abgeschlossen. Anfang Mai, zum Philippustag, wurde die Kirche feierlich wiedereröffnet. Die lange leerstehende Kirche wird nun für christliche und kulturelle Veranstaltungen genutzt. 2021 wird die Sanierung der über hundertjährigen Jehmlich-Orgel abgeschlossen sein.  

Kinder und Jugendliche im Fokus

Seit 2014 werden Kinder ab sechs Jahren in der Tagesgruppe „Dschungelforscher“, betreut und ihren Eltern Hilfen zur Erziehung gegeben.  

Ab 2015 wurden im Jugend- und Erziehungshilfeverbund Wohngruppen für Kinder- und Jugendliche ins Leben gerufen. 2018 wurde die Stationäre Erziehungshilfe um die Kinderwohngruppe „An der Mühle“ ergänzt. Aktuell gibt es vier Wohngruppen.  

Seit 2015 können Schüler*innen mit besonderem Unterstützungsbedarf in unserer Evangelischen Förderschule für Erziehungshilfe – der Wolfgang-Mutzeck-Schule – lernen.

Im August 2018 übernahm die BBW-Leipzig-Gruppe in den Jugend- und Erziehungshilfeverbund das Autismuszentrum Leipzig.  

Seit März 2018 gibt es einen neuen Geschäftsbereich: Der Bereich Schulische Bildung vereint die Berufsbildende Schule für Hör- und Sprachgeschädigte, die Berufsvorbereitung und die Wolfgang-Mutzeck-Schule, Evangelische Förderschule für Erziehungshilfe.

30 Jahre Bildung, Beschäftigung, Vermittlung, Inklusion

Am 1. März 2021 begeht die Berufsbildungswerk Leipzig für Hör- und Sprachgeschädigte gGmbH ihren 30. Gründungstag. Das Motto des Jubiläumsjahres lautet „Bildung bringt Wandel“.