Im Austausch mit Vertreter*innen des Jugend- und Erziehungshilfeverbundes, der kooperierenden Oberschule am Adler sowie Marion Nagel vom Amt für Schule der Stadt Leipzig tauschte er sich über die Potenziale und Herausforderungen des Modellprojekts aus.
Zu Beginn stellten Dr. Frank Braun, Abteilungsleiter*in Jugendberufshilfe, und Karin Leonhardt, Bereichsleiter*in Jugend- und Erziehungshilfeverbund, das Angebot vor. „Schule? Sicher. Anders!“ richtet sich an Schüler*innen der Klassenstufen 5 bis 10 von Förder- und Oberschulen, die aufgrund verschiedener Herausforderungen aktuell nicht oder nur eingeschränkt am Schulalltag teilnehmen können. Durch sozialpädagogische Begleitung, individuelle Förderung und praxisnahe Angebote werden die Jugendlichen auf eine erfolgreiche Rückkehr in die Schule vorbereitet.
„Wir merken, dass wir das System Schule gut ergänzen können. Durch unsere Rahmenbedingungen haben wir die Möglichkeit, individuell auf die jungen Menschen einzugehen und sie langfristig zu begleiten. So gelingt es vielen Jugendlichen, wieder Anschluss an die Schule zu finden und einen Schulabschluss zu erreichen“, erläuterte Dr. Frank Braun.
Im Anschluss nahm Patrick Schreiber am Gruppenangebot teil und kam mit den Jugendlichen ins Gespräch. Für die Fachkräfte vor Ort war allein die hohe Beteiligung bereits ein großer Erfolg. Viele der Teilnehmenden kämpfen mit sozialen Ängsten oder negativen Schulerfahrungen. Umso bemerkenswerter war es, dass viele der Jugendlichen die Gelegenheit nutzten, Fragen zu stellen und über ihre Zukunftspläne zu sprechen. „Ich möchte später Anwalt werden“, berichtete einer der Jugendlichen.
Gerade dieser Blick in die Zukunft ist für viele junge Menschen nicht selbstverständlich. „Viele Jugendliche trauen sich zunächst nicht, über ihre beruflichen Wünsche zu sprechen. Oft fehlt ihnen die Vorstellung davon, welche Möglichkeiten ihnen offenstehen, weil sie bisher kaum Ermutigung erfahren haben“, erklärt Heilpädagog*in Constanze Wagner.
An der anschließenden Gesprächsrunde nahmen außerdem Marion Nagel vom Amt für Schule der Stadt Leipzig sowie Andreas Hess, Schulleitung der kooperierenden Schule am Adler, teil.
Ein zentraler Erfolgsfaktor des Projekts ist die enge Zusammenarbeit mit der Schule am Adler. Lehrkräfte unterrichten an drei Tagen pro Woche direkt vor Ort im Projekt. „Wir stehen in engem Austausch, entwickeln gemeinsam Ideen und setzen die Maßnahmen um, die sich in der Praxis bewähren“, beschreibt Andreas Hess die Kooperation.
Aus dieser Zusammenarbeit entstand auch die sogenannte Lernwerkstatt. Die Fachkräfte stellten fest, dass der Übergang vom geschützten Rahmen des Projekts zurück in den regulären Schulalltag für viele Jugendliche zu groß war. Deshalb wurde gemeinsam ein neues Angebot entwickelt: Einmal pro Woche lernen die Jugendlichen in den Räumlichkeiten der Schule am Adler und können sich schrittweise wieder an den Schulort gewöhnen. „So nehmen wir den Jugendlichen die Angst vor der Rückkehr in die Schule“, erklärt Dr. Frank Braun.
Auch Marion Nagel betonte die Bedeutung des Projekts: „Die Verantwortlichen arbeiten eng mit den anderen Schulersatzprojekten und Unterstützungsangeboten in Leipzig zusammen. Dadurch können Jugendliche schneller und passgenauer vermittelt werden. Hier ziehen alle Beteiligten in den Projekten an einem Strang und handeln im Interesse der jungen Menschen. Ohne Projekte wie ‚Schule? Sicher. Anders!‘ würden viele dieser Jugendlichen nicht an Schule zurückfinden und einen Abschluss erreichen.“
Weitere Informationen zum Projekt unter: Schule? Sicher. Anders!
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