Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung

Rund um den Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am 5. Mai machen wir darauf aufmerksam, wie wichtig der Einsatz für Inklusion und das gemeinsame Erleben von Inklusion sind.

Am 5. Mai finden bundesweit Aktionen anlässlich des Europäischen Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung statt. 

Zum Protesttag fordern Verbände, Organisationen und Aktivist*innen umfassende Barrierefreiheit, Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderung sowie ihre Beteiligung an allen Entscheidungen, die das eigene Leben betreffen.

Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung 2026

Am 5. Mai ist der Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung. Das Motto lautet: „Menschenrechte sind nicht verhandelbar“.

Inklusion ist ein Menschenrecht. Dennoch stoßen viele Menschen im Alltag auf Barrieren – ob bei der Arbeit, beim Wohnen oder im öffentlichen Leben. In Deutschland leben rund 13 Millionen Menschen mit Behinderung, davon 7,9 Millionen Menschen mit Schwerbehinderung.

Die Grundlage für ihre Rechte ist die UN-Behindertenrechtskonvention, die Deutschland 2009 anerkannt hat. Sie verpflichtet dazu, Teilhabe zu ermöglichen und Barrieren abzubauen. Doch viele Ziele sind noch nicht erreicht, etwa beim Zugang zu Arbeit, Bildung oder Mobilität.

Hauptgeschäftsführer*in Tobias Schmidt betont:

„Gerade in komplexen Lebenslagen ist qualifizierte Beratung entscheidend, damit Menschen ihre Rechte überhaupt wahrnehmen können. Deutschland hat sich mit der UN-Behindertenrechtskonvention klar verpflichtet. Dieses Versprechen darf kein Lippenbekenntnis bleiben. Wenn Leistungen infrage gestellt und Unterstützungsstrukturen geschwächt werden, droht Inklusion zur leeren Hülle zu werden.“

Menschenrechte gelten für alle. Teilhabe darf keine Ausnahme sein.

Die Protestwoche zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung nutzen wir, um Menschen mit Behinderung eine Stimme zu geben. Wir haben mit Christopher Meyran und Martina Pförtsch aus dem Berufsbildungsbereich für Menschen mit Körperbehinderung an der Diakonie am Thonberg gesprochen.

Christopher Meyran

Nach der Schule hat Christopher Meyran sich im Berufsbildungsbereich für Menschen mit Körperbehinderung der Diakonie am Thonberg qualifiziert und seinen eigenen Weg gefunden:

„Früher stand ich in der Schule ständig unter Zeitdruck und konnte Aufgaben oft nicht beenden. Im Berufsbildungsbereich konnte ich mir Zeit nehmen und so lange üben, bis es sitzt. In der Schule war ich schlecht in Informatik – heute ist Excel mein Lieblingsprogramm. Im Berufsbildungsbereich habe ich mir das Selbstvertrauen erarbeitet, Dinge selbst in die Hand zu nehmen.“

Martina Pförtsch

Martina Pförtsch ist gelernte Elektrotechnikerin. Nach ihrem Schlaganfall konnte sie ihren Beruf nicht mehr ausüben und stand vor einem Neuanfang. Im Berufsbildungsbereich für Menschen mit Körperbehinderung der Diakonie am Thonberg hat sie genau diese Chance bekommen. Heute arbeitet sie im Bereich Bürodienstleistungen und organisiert die Essensbestellungen der BBW-Kindertagesstätten.

„Wenn es den Berufsbildungsbereich und das Werkstattsystem nicht gäbe, würde ich wahrscheinlich nicht hier sitzen und ein Interview geben, sondern zuhause im Bett liegen. Durch die Arbeit habe ich Struktur im Alltag und das Gefühl, meine Zeit sinnvoll zu nutzen. Ich komme wirklich gerne hierher – für mich ist es ein Privileg, hier zu arbeiten.“

Vergangene Aktionstage