30.03.2021

30 Jahre jung

Dr. Grit Franke, Leiterin des Geschäftsbereichs BBW, blickt zurück auf die Zeit, die sie im Unternehmensverbund bereits erlebt hat.

Das Berufsbildungswerk wird dieses Jahr 30 Jahre alt. Das ist verglichen mit manch anderem Unternehmen noch relativ jung. Im Vergleich zu meinem eigenen Berufsleben ist dies jedoch eine ziemlich lange Zeit. Fast 28 Jahre bin ich nun im Unternehmen tätig. Ich begann zunächst als Psychologin und bin nun nach verschiedenen Positionen Leiterin des Geschäftsbereiches Berufsbildungswerk.

Damals, als ich anfing, waren wir ca. 100 Mitarbeiter*innen. Es gab nur das Berufsbildungswerk und alles war noch überschaubar, aus heutiger Sicht. In der damaligen Schulgasse (heute Eichlerstraße), in einem umgebauten Schulgebäude, fand ein Großteil der Berufsvorbereitung und Ausbildung statt. Die Berufsschule war vor Ort, auch die Fachdienste. Das Internat war in einem Hochhaus in Leipzig- Grünau. Kein*e Teilnehmer*in kam einfach über das Gelände in die Schule oder Praxis, es gab für alle längere Arbeitswege. Und es gab noch eine Außenstelle in Dresden, die Zahntechniker. Ich erinnere mich noch gut an die vielen Fahrten dorthin, sei es, um Erprobungen und Aufnahmen zu begleiten oder mit dem 4. Ausbildungsjahr Bewerbertraining durchzuführen. Heute, in Knauthain, muss man dafür nur kurze Wege zurücklegen.  

Im Jahr 1997 haben wir dann schon einmal den Betrieb heruntergefahren, aber aus einem schönen Grund: Um den Umzug aus der Schulgasse nach Knauthain vollziehen zu können, durften alle Teilnehmer*innen ins Praktikum. Auch der Förderlehrgang, heute Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme. Eigentlich ein „Unding“. Hatten doch die betreffenden Teilnehmer*innen angeblich noch nicht viel gelernt. Waren sie doch noch gar nicht soweit, in der freien Wirtschaft ein Praktikum zu machen. Doch seit jenem Jahr ist die Berufsvorbereitung jedes Jahr erfolgreich ins Praktikum gegangen und es ist eine Bereicherung für alle. Und längst sind Praktika in Firmen in der Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme fester Bestandteil der Leistungsvereinbarung zwischen den Berufsbildungswerken und der Bundesagentur für Arbeit.

Jene Leistungsvereinbarungen, die seit 2015 gelten, haben die berufliche Rehabilitation in Berufsbildungswerken verändert. Im Mittelpunkt steht die Teilhabe von Menschen mit Behinderung und von Behinderung bedrohten Menschen am Leben in der Gesellschaft, so wie es in der Konvention der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderung formuliert ist. Förderziele und Leistungen werden nicht für, sondern mit dem*r Rehabilitand*in ausgewählt. Dafür wurde 2018 am Berufsbildungswerk ein Case-Management-System eingeführt.  

Es ließe sich noch viel aufzählen, welche Entwicklung das Berufsbildungswerk Leipzig in all den Jahren genommen hat, nur würde dies an dieser Stelle den Rahmen sprengen.

Im Jahr 2021 fügt sich der Geschäftsbereich Berufsbildungswerk in einen Unternehmensverbund ein, der sich für Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf stark macht und dafür wächst: für Kinder und Jugendliche, für Menschen auf dem Weg ins und im Berufsleben, für Menschen, die bereits aus dem Berufsleben ausgeschieden sind. Ich bin stolz, Teil dieses Unternehmens zu sein.

Dr. Grit Franke
Geschäftsbereichsleiterin Berufsbildungswerk Hören - Sprache - Kommunikation

Diesen und weitere Artikel finden Sie in der Jubiläumsausgabe der WIR in Leipzig, Jahresmagazin der BBW-Leipzig-Gruppe.

Kontakt zu uns

Christine Heuer

Christine Heuer

Leiterin Unternehmenskommunikation

Tel. (0341) 41 37-789
presse@bbw-leipzig.de