02.12.2020

Was ist eigentlich QuaBIS?

Qualifizierung von Bildungsfachkräften in Sachsen: Ein Inklusionsprojekt in Leipzig und Dresden

Universität Leipzig hat einen Aktionsplan Inklusion erarbeitet, der sich an der UN-BRK orientiert. Sie möchte sich zu einem Ort der gleichberechtigten Teilhabe für alle Menschen weiterentwickeln. Barrieren, die den Zugang oder die Teilhabe für Menschen mit Behinderungen erschweren, sollen erkannt und nachhaltig abgebaut werden.

Auch an der TU Dresden gibt es einen Aktionsplan mit dem gleichen Ziel. Im Projekt QuaBIS (Qualifizierung von Bildungsfachkräften in Sachsen) werden an der Universität Leipzig und an der TU Dresden jeweils sechs Menschen ausgebildet, die vorher in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung tätig waren. Jetzt lernen sie bei QuaBIS viel über Themen wie Bildung, Inklusion und Teilhabe. Sie lernen auch, wie man Seminare vorbereitet und durchführt. So können sie ihr Wissen an Studierende und andere Interessierte weitergeben. Die Ausbildung dauert 3 Jahre. Auch danach sollen sie als Bildungs- und Inklusionsreferent*innen an der Universität arbeiten und andere Menschen über Inklusion und Themen, die ihnen wichtig sind, informieren. Das Projekt wird vom Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst gefördert.

Das Projekt QuaBIS ist am 7. Oktober in Görlitz mit dem Innovationspreis Weiterbildung 2020 des Freistaates Sachsen ausgezeichnet worden. Im folgenden Interview stellen QuaBIS-Teilnehmer*innen der Universität Leipzig sich und das Projekt vor.

Was machen wir hier? 

Steffen Martick: Wir tun uns qualifizieren in verschiedenen Themen, die in die erziehungswissenschaftliche Richtung gehen.

Sebastian Wenzel: Wir machen hier eine dreijährige Ausbildung. Und das heißt, dass wir mal selbst Seminare gestalten und selbst Seminare führen und einen eigenen Seminarplan entwickeln.

Was hast du gemacht, bevor du ins QuaBIS-Projekt gekommen bist?

Maria Naumann: Ich war in einer geschützten Werkstatt, seit meinem 18. Lebensjahr bis ich 31 war. Dort habe ich Grillanzünder hergestellt und „Bunte Verdienstkreuze“ auf Pappen aufgezogen.

Sebastian Wenzel: Davor. Ich war noch in der Lebenshilfe beim Bettenbauen.

Steffen Martick: Ich war in der Werkstatt und war in der Abteilung Wäscherei und hab da körperlich gearbeitet. In der Werkstatt war ich auch im Werkstattrat und hab mich für die Mitarbeiter miteingesetzt.

Warum nimmst du am Projekt teil?

Beate Schlothauer: Weil ich möchte gerne was Neues erfahren, aus der Werkstatt raus und ich wollte schon lange was mit Menschen machen. Auch mit Schulen für Menschen mit Behinderung. Dass die wissen, wie die mit uns umgehen sollen. Dass wir auch eine Chance haben, aus der Werkstatt rauszukommen – neu starten und arbeiten.

Sebastian Wenzel: Weil ich gerne auf dem freien Arbeitsmarkt arbeiten würde und mir das auch wünsche. Und damit ich auch meine Ziele erreiche.

Tom Hoffmann: Weil, ich kann hier den Leuten was beibringen und mehr helfen und vielleicht auch eine relativ wichtige Arbeit machen.

Was machst du genau in der Qualifizierung?

Tom Hoffmann: Ich lese Texte, schaue mir Videos an und bereite Seminare vor, die ich vor Studenten halte.

 

Artikel und Interview: Schneckenpost der Diakonie am Thonberg

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Christine Heuer

Christine Heuer

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