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20.08.2015

Neuer Campus Praxis Lernen

Mit dem Schuljahr 2015/16 wird am 31. August 2015 eine neue Schule des Berufsbildungswerkes Leipzig eröffnet: die Wolfgang-Mutzeck-Schule (Schule für Erziehungshilfe). Das Berufsbildungswerk schafft an seinem Standort Markranstädter Straße 9 dafür einen „Campus Praxis Lernen“, in dem schon die beiden BBW-Jugendberufshilfeangebote Netz kleiner Werkstätten und die Produktionsschule untergebracht sind. Auch die neue Schule setzt auf die Kombination produktiver Tätigkeit mit schulischem sowie sozialem Lernen. Mit Hilfe von produktiven und projektorientierten Lernkonzepten werden die Schüler, welche aufgrund sozialer und emotionaler Problemen in keine allgemeinbildenden Schule integriert werden können, behutsam auf die Zukunft vorbereitet.

„Stabile Bindungen, Erfolgserlebnisse und Vertrauen bilden die Voraussetzung, um diese Ziele zu erreichen“, sagt die stv. Schulleiterin Birgit Drößiger. Diese Voraussetzungen sollen an der Wolfgang-Mutzeck-Schule zu Beginn mit der Klassenstufe 7 etabliert werden. Sukzessive wächst die Wolfgang-Mutzeck-Schule von der Klassenstufe 7 bis zur Klassenstufe 9.

Die Ursachen für Verhaltensstörungen sind vielschichtig. In den meisten Fällen stammen die Kinder aus einem schwierigen Familienumfeld, sind traumatisiert oder in ihrer Emotionalität beeinträchtigt. In der Wolfgang-Mutzeck-Schule sollen diese Schüler bewusst gefördert werden. Bezugspädagogen, pädagogische Unterrichtshilfen, später auch Schulsozialarbeiter gehen explizit auf deren Probleme und Sorgen ein. Jeder Schüler erhält dafür einen individuellen Bildungsplan – und die Möglichkeit, den Hauptschulabschluss oder den Abschluss der Schule zur Lernförderung zu erwerben. Damit sollen die jungen Menschen befähigt werden, eine Ausbildung aufzunehmen und ihren Platz im Leben und in der Arbeitswelt sicher zu finden. „Die Umsetzung dieser Fördermaßnahmen ist nur in einem positiven und wertschätzendem Klima möglich“, erklärt Drößiger.

Benannt ist die Schule nach Prof. Dr. Wolfgang Mutzeck (1946-2009), der das Institut für Förderpädagogik als Professor für Verhaltensgestörten- und Lernbehindertenpädagogik an der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät der Universität Leipzig initiierte und entscheidend prägte. In Kooperation mit ihm entstanden im Berufsbildungswerk das Ausbildungsmodell „Praxisintegrierter Unterricht“ sowie ein Diagnostik- und Beratungsangebot zur individuellen Berufswegplanung, das sogenannte „Leipziger Modell“.